Füllungstherapie

Zur Behandlung von Zahndefekten (Karies / „Löcher“) bieten sich in der modernen Zahnarztpraxis hochwertige, zahnfarbene Kunststoff- und Keramik-Materialien als bewährte Alternativen zu Metall-Restaurationen (Goldinlays, Amalgam).


Die dentalen Kunststoffe werden in der Art ihrer Zusammensetzung oder der Technik ihrer Anwendung in verschiedene Kategorien unterteilt (z.B. Composite / Komposit, Compomere, Mehrschicht-Technik). Zu den Vorteilen moderner Dentalkunststoffe gehören: 

  • Gute Verträglichkeit,
  • Natürliches Abrasionsverhalten, was sowohl einem Materialbruch als auch einem Trauma im Gegenbiss vorbeugt,
  • Natürliche Ästhetik z.B. aufgrund des Chamäleon-Effekts,
  • Längere Haltbarkeit durch Verwendung der Adhäsiv- und Mehrschicht-Technik,
  • Schutz der Zahnsubstanz aufgrund des Fluoridgehalts bestimmter Füllungsmaterialien,
  • Gute Polierbarkeit,
  • Universelle Einsatzmöglichkeit (für Front- , Seitenzähne, Zahnhälse, Schneidekanten, Nachbesserung bestehender Füllungen).

Behandlungsablauf Kunststoff-Füllung

Die Füllung eines Zahns mit plastischem Kunstsoffmaterial läuft in nur einer Sitzung ab und dauert je nach Aufwand ca. 15 bis 60 Minuten.
Bei Bedarf wird der zu behandelnde Zahn zunächst betäubt. Der defekte oder kariöse Zahnbereich wird unter Wasserkühlung mit einem rotierenden Schleifinstrument saubergeschliffen, wobei die Umrissform dieser Zone nach bestimmten Regeln modelliert wird , um einen festen und dichten Sitz der Füllung zu gewährleisten.

Bei größeren Defekten, die in den Zahnzwischenraum hineinreichen, muß eine seitliche Abdichtung mit Hilfe einer dünnen Matrize erfolgen, mit der auch gleichzeitig die natürliche Zahnkontur nachgeformt wird. Die präparierte Zahnkavität wird desinfiziert. Bei sehr tiefen, „nervnahen“ Defekten wird der Kavitätsboden mit einer Schicht eines speziellen medikamentösen Zements isoliert, um Nerv-Reizungen und Zahnentzündungen zu verhindern und die Zellfunktionen im Zahnmark positiv anzuregen. Dieser Schritt entfällt bei einem wurzelbehandelten „marktoten“ Zahn (siehe auch „Wurzelbehandlung“). Anschließend erfolgt die Trockenlegung der Zahnflächen. Die Kavitätenflächen werden mit Hilfe von Konditionierungs- und Adhäsivpräparaten auf die Verbindung mit dem Kunststoffmaterial vorbereitet, das daraufhin in Schichten appliziert und jeweils mit energiereichem Licht gehärtet wird. Zum Abschluß der Behandlung wird die Füllung eingeschliffen und poliert. Danach ist die Füllung sofort belastbar.
Die Vorteile eines Keramik-Inlays gegenüber der Kunststoff-Füllung sind:

  • meist höhere ästhetische Wirkung,
  • höhere Härte,
  • Formstabilität (keine Schrumpfung, keine Expansion)

 

Ein Keramik-Inlay   (Keramik-Füllung)  ist eine feste Einlage-Füllung aus hochwertiger Dental-Keramik, die nach einem Termin zum Beschleifen des Zahns und zur Abdrucknahme zahntechnisch hergestellt wird, um in einer weiteren Sitzung passgenau in die zuvor präparierte Zahn-Kavität eingeklebt zu werden. Eine spezielle, ästhetische Form einer Keamik-Restauration stellt die Versorgung eines Frontzahns mit einem Veneer dar.  Veneers sind Keramikschalen, die naturgetreu eine unästhetische oder beschädigte Zahn-Facette ersetzen und eine kosmetische Wiederherstellung des „weißen Lächelns“ ermöglichen.  Dennoch gelten sie nicht als Zahnersatz („Krone“), da sie besonders Zahnsubstanz-schonend hergestellt werden.

Behandlungsablauf für ein Keramikinlay

Unter lokaler Anästhesie wird der Zahn innen fast ähnlich, aber etwas aufwendiger als bei einer Kunststoff-Füllung geschliffen. Ober- und Unterkiefer werden abgeformt, der Zahn wird provisorisch gefüllt und die Zahnfarbe wird bestimmt. In einem Dental-Labor wird die anhand des Abdrucks aus der speziellen Keramik angefertigt, was mehrere Tage dauern kann. In einer zweiten Sitzung wird das  fertige Inlay  - eventuell wiederum unter lokaler Betäubung –  in die Zahnkavität eingepasst und mit einem speziellen Verfahren festgeklebt.

Von Füllungen sind „Fissurenversiegelungen“ zu unterscheiden. Im Rahmen der Prophylaxe bei Kindern und Jugendlichen,  auf Wunsch auch bei Erwachsenen, können zur Vorbeugung von Karies die Fissuren (rillenartige Strukturen der Kauflächen) von gesunden, kariesfreien Backenzähnen versiegelt werden. Dabei wird ein spezieller, zäh-flüssiger Kunststoff eventuell nach leichtem, substanzschonendem Anschleifen des Zahnschmelzes in die Fissur aufgetragen und lichtgehärtet. Die Fissurenversiegelung wird zum Schluß poliert und die angrenzende Zahnsubstanz zur Stärkung fluoridiert.

 

Kosten bei gesetzlich Versicherten

Alle Behandlungen, die über die Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen über ausreichende, zweckmäßige,  wirtschaftliche und zugleich vollwertige Versorgung hinausgehen, sind mit privaten Kosten für gesetzlich versicherte Patienten verbunden. Als Standard-Material für plastische Füllungen im Seitenzahnbereich gilt das Amalgam (silberfarbene Stopf-Legierung aus Silber, Kupfer, Quecksilber und anderen Metallen). Dauerhafte Füllungen,  speziell ästhetische Restaurationen und kosmetische Korrekturen, die sich außerhalb der Standard-Vorgaben bewegen, gehen mit privaten Kosten für die gesetzlich Versicherten einher. Bei Keramik-Restaurationen liegen die Kosten deutlich höher, da außer der aufwendigeren Behandlung auch  zahntechnischer Labor- und Material-Aufwand hinzukommt. S.F.

Weitere Informationen zur Füllungstherapie auf Wikipedia.


Diese Seite ist nicht für den Internet Explorer optimiert. Bitte führen Sie ein Browser-Update durch um diese und auch andere Websiten richtig betrachten zu können. Warum ein Browser-Update wichtig ist Erfahren Sie hier.